September 2013 Compilation

by 12in12x12

/
  • Streaming + Download

    Includes high-quality download in MP3, FLAC and more. Paying supporters also get unlimited streaming via the free Bandcamp app.

    You could (and should) download this for FREE. If you find stuff on here that you'd like to support financially... please find the individual artists, and go for it!!

      name your price

     

1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
02:46
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.

about

In September 2013, a bunch of musicians wrote and recorded 12 songs in 12 hours. Some writers wrote, some painters painted. Many have been doing it since January. Some will do it again in October, and in November, etc.

credits

tags

license

all rights reserved

about

12in12x12

contact / help

Contact 12in12x12

Streaming and
Download help

Track Name: Sparrow Rose Jones "I am Autistic" an excerpt from "No You Don't: Essays from an Unstrange Mind" (text​ only.​.​. click "lyrics" to read it)
I am Autistic.

When I say that, I am telling you that I was born with a brain that is wired in an autistic way. My brain is different from 99% of other people's. It can be more difficult for me and my Autistic brain to live in a world that was built by and for people with non-autistic brains. My brain processes information differently. So that means I see things differently, I hear things differently, I react to things differently and I often think about different things or notice different details.

But my mind is unstrange: I am not a different species, an alien creature, a changeling, a robot, a freak of nature. I am a familiar word, pronounced with a different accent. I am your mother's favorite recipe, prepared by a stranger. I am your favorite song, recorded by a new artist. I am a human being; I am Autistic.
Track Name: Tobias Reußwig "Einen Anfang zu finden" (text​.​.​. klicken Sie auf "Lyrics", um ihn zu lesen​.​.​. click "lyrics" to read it)
Du kannst überall anfangen.
Du kannst mit allem anfangen.
Du kannst mit der Enthauptung deines Meisters beginnen, oder mit einer langen, trockenen, uninteressanten Reihung von Adjektiven. Du kannst mit dem Zucken eines kleinen Fingers beginnen. Du kannst mit einem gewaltigen Schwenk über ein Tal beginnen, durch das träge Sauropoden wandern und sich eine rotte Allosaurier für die Jagd bereit macht. Du kannst mit einem Sonnenaufgang beginnen. Du kannst mit einem Sonnenuntergang beginnen. Du kannst mit dem ersten Schrei eines Säuglings beginnen oder einem letzten Schluchzen einer Witwe am Grab ihrer Frau. Du kannst mit den dunklen Tönen der Musik einer untergegangenen Zivilisation beginnen, oder mit einer Malerei der Zukunft, die denen der Futuristen nicht im geringsten ähnelt.
Nach dem Anfang kannst Du dich austoben. Setz dich in ein Teehaus in dem Sauropodental, trinke Tee, sprich über die Bedeutung von Literatur im oberen Jura. Schlaf dich aus, gönn auch deinen Figuren etwas Ruhe. Die Nacht kann ruhig heranbrechen. Träume können sehr symbolisch sein und auf das Ende hinweisen; schwammig und ungenau muss es natürlich bleiben, sonst wird etwas vorweggenommen. Und natürlich ist der neue Tag, mit seinen Schluchten, Wildwasserbächen und Luftschiffen so gewaltig, dass die gesamten Eindrücke der Nacht verfliegen. In Tibet werden Atombomben gebaut. Spannung wird aufgebaut und wieder abgebaut. In Köln öffnet ein Student seine Augen und denkt, dass er sein Zimmer umdekorieren sollte. Er wohnt zur Untermiete bei einer entfernten Verwandten von sich. Vor seinem Fenster kann ein Stadtpark, eine viel befahrene Straße oder ein Denkmal liegen. Auf einer Bank schlägt ein Schmetterling mit den Flügeln bevor er sich dem Wind anvertraut. Diese Aktion kann, muss aber keinen Orkan in Tibet auslösen. Eine indische Priesterin tanzt. Tempelprostituion kann angedeutet werden. Das Klischee hebt seinen Kopf und gleitet nahtlos in den Topos. Das lange Messer glänzt auf der Hüfte der jungen Frau. Ein Schatten legt sich über die Feier. Wir können nun Fäden zusammenfügen oder parallel laufen lassen, erste Andeutungen wurden bereist gemacht, als das Forschungszentrum von höherer Gewalt oder einem Schmetterling zerstört wurde. Verkürze die Sätze. Sind die Aktionen rhythmisiert, steigere den Rhythmus. Oder finde längere Beschreibungen. Mache die Verbindungen deutlicher, wenn du die Stränge zusammenraffst. Sorge für syntaktisch-semantische Überlagerungen. Wie tektonische Platten, übereinandergeschoben, kaum zu unterscheiden, Verwerfungslinien an der Oberfläche, wo ein Student um sein Überleben unter Sauropoden kämpft. Die Giganten wanken ganz so wie deine Geschichte an diesem Punkt: Du musst einen Abschluss finden oder zerquetscht werden. Unser Schmetterling schlägt erneut mit den Flügeln – wer weiß schon, was es diesmal auslöst. Eine pilzförmige Wolke erhebt sich in den Himmel. Tibet könnte jetzt frei sein, wer weiß. Deine Geschichte hat ein Ende gefunden: Du kannst sie beenden, womit auch immer du willst.